Doch nicht nur gegen Verdursten, Austrocknen und Verhungern muss sich ein Kamel schützen. Harter, scharfkantiger oder unwegsam sandiger Boden dient dem Tier als Untergrund zum Gehen und Liegen. Die Hitze brennt unter den Sohlen und Sandstürme, die ein ganzes Auto polieren können, queren die Wege der Tiere.
Zum Schutz gegen den Untergrund haben die Tiere ein dickes Schwielenpolster aus widerstandsfähigem Bindegewebe unter den Füßen entwickelt. Durch dessen Elastizität und die breite Fläche wird das Einsinken im Sand vermindert, der Verschleiß der Hufe herabgesetzt und das Tier vor dem heißen Untergrund geschützt.
Auch Knie und Brustbein sind schildförmig knorpelig verdickt um die Gelenke beim Niederknien zu schonen und die Bauchhöhle vor der Bodenhitze, bzw. -kälte, abzuschirmen.
Gegen den Sand haben die Großkamele aber noch weitere Schutzvorrichtungen entwickelt. So wehren lange Wimpern und Haarbüschel in den Ohren den Sand ab und ein ständiger Tränenfluss der Augen spült den Staub permanent aus. Muskeln um die Nasenlöcher machen es sogar möglich, dass das Tier die Nüstern bei einem Sandsturm schließen kann.
Meist sieht man der Kargheit der Landschaft entsprechend kleine nomadisch lebende Herden von etwa zehn Tieren. Nur an Wasserlöchern, dem Ort der Tränke, oder in Talschluchten, zum Schutz vor Wind und Stürmen, kann man größere Gruppierungen beobachten.
Auf ihren Wanderungen bewegen die Tiere sich im energiesparenden Passgang vorwärts. Wenn man Reisender auf einem dieser Wüstenschiffe ist, merkt man das besonders an dem starken Hin- und Herschwanken. Durch diese Gangart, bei der das Tier jeweils beide Beine einer Seite gleichzeitig anhebt, kann besonders das wildlebende Salzwasserkamel kurzfristig mit einer Geschwindigkeit über 60 Kilometern in der Stunde laufen. Damit ist es schneller als ein galoppierendes Pferd und kann mühelos einer Verfolgung entkommen.
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Wasserspeicher
Nahrung und Energiespeicher
Körpertemperatur und Wasserhaushalt
Die Fortpflanzung in der Wüste