Alle Kamelidenarten werden als Haus und Nutztiere eingesetzt.
Je nach Art dienen sie als Reit- und Lasttier oder sind Woll-, Leder-, Fleisch- und Fettlieferant. Auch der Mist wird als Brennmaterial verwendet.
Die Kamele der afrikanischen und asiatischen Wüsten sind äußerst wichtige Haus – und Nutztiere der einheimischen Bevölkerung.
Sie werden nicht nur als Last- und Reittiere genutzt, sondern sind auch Milch-, Fleisch-, Woll-, Leder- und Knochenlieferant. Der trockene Dung der Tiere wird als Brennmaterial verwendet.
Der Kamelmilch wird heilende Wirkung nachgesagt, was sich vielleicht auf ein antibakteriell wirkendes Lysozym, eine Eiweißverbindung, zurückführen lässt. Dieses kommt dort in großer Anzahl vor und ist für die lange Haltbarkeit verantwortlich.
Besonders aber wird das Fleisch der Tiere von der arrabischen Bevölkerung geschätzt. Am besten soll es schmecken, wenn die Tiere sieben Monate alt sind. Es ist dann mit äußerst magerem Rindfleisch vergleichbar.
In der Vergangenheit wurden die Tiere auch in der indischen Armee eingesetzt und waren so unter anderem in beiden Weltkriegen präsent.
Dromedare:
Man unterscheidet zwischen Reitdromedar, Renndromedar, Lastdromedar, Bergdromedar, Flachlanddromedar (in Wüsten oder im Flachland) und anderen Zwischenformen.
Lama:
Wie Baktrisches Kamel und Dromedar, so schleppt auch das Lama in Südamerika für den Menschen Lasten von einem Ort zum anderen. Hengste, die älter als 3 1/2 Jahre sind werden als Packtiere eingesetzt. Sie können bis zu 50 kg tragen und wandern bis zu 20-30 km am Tag. Daneben wird aber auch seine Wolle verwendet, wenn gleich die des Alpakas als wertvoller gilt. Aus der Wolle werden unter anderem Matten, Stricke und Ponchos hergestellt. Die Ureinwohner des Kontinets verwendeten außerdem das Fleisch der Tiere, es gilt als besonderer Leckerbissen. Aus der Haut wird Leder für Sandalen gefertigt, aus seinem Fett werden Kerzen hergestellt die Exkremente als Brennstoff genutzt.
Alpaka:
Das Alpaka dagegen wurde und wird noch wegen seiner Wolle gezüchtet. Alle zwei Jahre wird ein Alpaka geschoren. Ab dem fünften Lebensjahr liefert es den optimalen Betrag. Ein Mantel aus diesem Rohstoff galt als Zeichen des Wohlstandes.
Ureinwohner essen das Fleisch der Alpaka.
Vikunja:
Doch besonders die Wolle des Vikunjas zählt zu der seltensten und teuersten der Welt. Nachdem die Inkas von den Spaniern vertrieben worden sind ist ihr Bestand deutlich zurückgegangen. Erst in jüngster Zeit, nachdem Schutzmaßnahmen eingeführt wurden, erholt sich ihr Bestand wieder.
Kamelrennen sind eng mit der Tradition der Beduinen verknüpft. Schon vor hunderten von Jahren veranstalteten sie zu religiösen Festen diese beliebten Wettkämpfe, bei denen es besonders um die Ehre der Sieger geht. Nicht selten werden aber auch Wetten auf die Tiere und ihre Jockeys abgeschlossen.
Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenklometern rennen die meist weiblichen Tiere dem Ziel entgegen. Die Länge der Rennbahnen variiert stark, ersteckt sich oft aber über einige Kilometer. Für den Jockey ist ein besonders geringes Gewicht von Vorteil und deshalb wurden in der Vergangenheit, aber selten auch heute noch, in einigen Gegenden Kindersklaven ab einem Alter von drei Jahren dazu eingesetzt.
In Nordafrika sowie in der gesamten arabischen Welt ist die Beliebtheit von Kamelrennen mit der des Fußballspiels in den westeuropäischen Ländern vergleichbar. Viele Tausend Menschen reisen zu solch einem Ereignis an und einige Scheichs geben für ein perfekt gezüchtetes Kamel Summen von bis zu über eine Millionen Euro aus.
Heute ist aus der Tradition ein High-Tech-Sport geworden. Nicht nur in die Zucht der Rennkamele wird viel Geld investiert, auch der technishe Fortschritt ist nun soweit, dass menschenähnliche Roboter die Tiere reiten und lenken können:
Die Zucht von Rennkamelen:
Da gut 90% der guten Rennkamele weiblich sind und man sie auf Grund ihrer Trächtigkeit nicht von Rennen ausschließen möchte, werden Leihmütter für das Austragen des Nachwuchses eingesetzt.
Doch bevor es dazu kommt, muss erst der männliche Kamelsamen gewonnen, eine künstliche Befruchtung durchgeführt und zuletzt, der Kamelstute die befruchtete Eizelle wieder entnommen werden:
Da die Libido, also der Geschlechtstrieb der männlichen Kamele nicht sehr stark ausgeprägt ist, wird deren Samen in einem Lederbeutel aufgefangen und dann erst zur künstlichen Befruchtung der weiblichen Zuchttiere eingesetzt. Der Vorteil dieses Vorgehens besteht darin, dass auf diese Weise gleich so viel Sperma gewonnen wird, dass mehrere weibliche Tiere befruchtet werden können.
Die Zuchtstuten dagegen entwickeln durch eine vorausgehende Hormonbehandlung mehrere Eizellen und so können gleich mehrere künstliche Befruchtungen pro Kamel durchgeführt werden.
Nachdem sich die befruchteten Eizellen acht Tage lang im Uterus (der Gebärmutter), des weiblichen Kamels teilen konnten, werden die Eizellen wieder ausgespült, unter dem Mikroskop in eine Pipette eingesogen und dann der Leihmutter eingepflanzt.
Durch diese Methode entwickeln sich viel mehr Nachkommen der wertvollen Rennkamele, als auf natürliche Art und Weise.
Kinder, Roboter und Rennkamele:
Nachdem in diesem Jahr verstärkt Proteste von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Unicef gegen das Einsetzten von Kindern als Kameljockeys aufgekommen sind, wurden erstmals Roboter auf die Rücken der Wüstenschiffe gesetzt.
Die rund 8000 Jungen, die zuvor auf Grund ihres geringen Körpergewichts in die Rennen geschickt wurden, stammten meist aus Pakistan, Indien, Sri Lanka und Bangladesch. Sie wurden ihren armen Eltern oft mit vielen Versprechungen aubgekauft oder sogar entführt und dann in die Vereinigten Emirate gebracht. Zumeist waren sie nicht älter als drei bis fünf Jahre, mussten einen stapaziösen Trainingsplan erfüllen und standen unter einer strengen Diät. Nun wurde ein Mindestalter von 18 Jahren für einen Kameljockey ausgehandelt und viele der Kinder wieder in ihre Heimatländer geschickt.
Die Roboter, die nun für die Rennen eingesetzt werden können, wurden in der Schweiz erfunden und sind ab 2000€ zu erhalten. Sie sitzen, ähnlich wie ihre menschlichen Vorbilder auf den Tieren und besitzen zwei Greifarme um Zügel und Peitsche halten zu können. Außerdem enthalten sie ein GPS-Empfänger und eine eingebaute Kamera.
Äußerlich ist ein Roboter kaum von einem Kind zu unterscheiden, denn er trägt Kleidung und ist der menschlichen Gestalt nachempfunden. Außerdem wird er vor einem Einsatz pafümiert, damit das Kamel ihn als Reiter akzeptiert.
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